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"Haltet ihr Sterblichen ein, den Leib mit verruchtem Geschmaus
Euch zu besudeln! Ihr habt ja Getreide, und Obst an den Zweigen,
Niedergebeugt von der Last, und die saftigen Trauben am Weinstock
Habt wohlschmeckende Kräuter ...
Nicht mit Mord und blutiger Hand bereitet die Mahlzeit!
Bestien stillen den Hunger mit Fleisch!
O, welch schreckliche Tat, Leiber im Leib zu begraben,
Fett sein gefräßiges Fleisch mit Massen von Fleische zu mästen,
Und, ein Lebendes selbst, von andern Lebend'gen zu leben ...
Undankbarer, du bist nicht wert der Gaben der Ernte,
Der du den Ackergenossen befreist von der Bürde des Pfluges
Um ihn zu schlachten ...
Wer mit dem Messer des Rindes Gurgel
Trennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt und gefühllos;
Wer kaltblütig das ganz wie Kinder schreiende Böcklein
Abzuschlachten vermag, und wer den Vogel verspeiset,
Dem er selber das Futter gereicht; wie weit ist ein solcher
Noch vom Verbrechen entfernt? ...
Möge das Schaf uns die Wolle verleih'n, um nicht zu schaudern im Nordwind;
Es reiche willig die Ziege die Euter der Hand zum Melken;
Laßt arbeiten den Stier, doch den Tod geb' ihnen das Alter!
Tötet das schädliche Tier, doch dabei laßt es bewenden;
Rühret sein Fleisch nicht an; nährt euch von milderer Speise!"


Pythagoras von Samos (geb. ca. 570 vor Christus)
griechischer Universalgelehrter und - wie alle großen Denker - auch selbst Vegetarier

Zitat entnommen aus:
Walter Thiele, 365 Tage Rohkost, Seite 11f.,
Hamburg, 1931



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